Dezentrale Energieversorgung - Strom aus Kompost

Dezentrale Energieversorgung

Mit Michel von InnoWatt haben wir in unserem Podcast über dezentrale Energieversorgung gesprochen. Was bedeutet das überhaupt? Und was hat Kompost damit zu tun? Diese Fragen und warum Michel eine dezentrale Energieversorgung als einzig sinnvolle Lösung hin zu einer nachhaltigen Energiewende sieht, erfährst du in diesem Blogeintrag.

Hier kannst du dir die Folge mit Michel anhören >>

Das wichtigste zuerst: Was ist dezentrale Energieversorgung?

Dezentrale Energieversorgung bedeutet letztendlich, dass Energie dort produziert wird, wo sie auch verbraucht wird. Ziel ist es dabei, die Energie auf nachhaltige, also besonders umweltschonende Art und Weise zu gewinnen.

Damit ist es ein alternatives Konzept zur üblichen Energiegewinnung, die von einigen wenigen, machtvollen Energieproduzent:innen auf sehr umweltschädliche Art, z.B. in Kohlekraft- oder Atomkraftwerken gewonnen wird. Damit wird also euch eine Unabhängigkeit von diesen in der Energieversorgung geschaffen – sogenannte Energieautarkie.

Energieautarkie - Kann das funktionieren?

Michel ist davon überzeugt! Und es klingt plausibel: Um eine dezentrale Energieversorgung so effizient wie möglich zu gestalten, geht es darum, an den jeweiligen Standort angepasste Energiegewinnungsmethoden zu nutzen. Und an Innovationen, die auch in kleinerem Rahmen funktionieren, gibt es in der Region so einige! Rooftop Energy z.B. entwickelt aktuell Windturbinen, die so klein sind, dass sie auf ein Einfamilienhaus passen. Zusätzlich betont Michel aber, dass es z.B. bei einer solchen Turbine durch fehlenden Wind – ausgeglichen werden.

Was hat InnoWatt damit zu tun?

Michel beschäftigt sich schon lange mit alternativen Energieversorgungskonzepten und ist auch schon lange großer Fan einer dezentralen Energieversorgung. Diese persönliche Begeisterung und der Wille, etwas zu ändern, führten letztendlich dazu, dass er Anfang des Jahres gemeinsam mit drei Freunden das Projekt InnoWatt gründete.

Ihre Idee: Mithilfe von sogenannten Biomeilern dezentral und kleinskaliert Energie gewinnen. Sei es für den privaten Haushalt oder für einen beheizten Pool im Coworking-Space.

Aktuell befinden sie sich noch in ihrer Forschungsphase, welche mit dem in Kraftsetzen ihres ersten Biomeilers abgeschlossen werden soll. Aber dabei soll es keineswegs bleiben! Denn innowatt geht es um viel mehr.

Bio-was?

Richtig gelesen, Biomeiler. Keine Sorge, haben wir vorher auch noch nie was von gehört! Daher hier eine kleine Erklärung: Biomeiler sind letztendlich Komposthaufen, durch welche Wärmetauscher geführt werden. Diese Wärmetauscher nutzen die Wärme, welche durch die Zersetzung des Bioabfalls durch Organismen freigesetzt wird, um das Wasser, welches durch die Wärmetauscher fließt, zu erhitzen. Ziemlich abgefahren. Aber Michel betont: Technisch gesehen gar nicht so kompliziert, wenn man ein paar Dinge beachtet.

Michel_Innowatt
InnoWatts erster Biomeiler

InnoWatt‘s Vision

Wenn es nach Michel geht, sind große Energieversorger:innen, wie wir sie heute kennen, irgendwann nicht mehr notwendig. Dafür soll die dezentrale Energieversorgung „Kernelement der Energiewende“ sein. Um diesem Ziel näher zu kommen, wollen sie ihr Projekt zusätzlich ausbauen und durch die Kooperation mit anderen Projekten weitere regenerative Energiegewinnungskonzepte einbinden. So wollen sie ein effizientes Gesamtkonzept für alle erschaffen!

Außerdem hält er es für zwingend notwendig, die Bevölkerung bei diesem Prozess mitzunehmen. So, sagt er, kann nicht nur Akzeptanz, sondern auch Sinn bei Bürger:innen geschaffen und erlebt werden.

Veränderung aus der Gesellschaft heraus schaffen

Grundsätzlich ist er davon überzeugt, dass Veränderung aus der Bevölkerung heraus geschaffen werden sollte. Er fragt sich: Wie sollen die Energiekonzerne Teil der Lösung eines Problems sein, welches sie selbst miterschaffen haben?

Darum nutzt Michel auch seine letzten Worte im Podcast, um alle zu ermutigen, selbst Veränderung zu schaffen. Loszulegen, wenn eine Idee da ist. Gemeinsam können wir so einen Wandel erreichen, der uns unserem Ziel – einer nachhaltigen Welt – näherbringt!

Was bedeutet das für Kiel?

Für Kiel könnte das konkret bedeuten, dass Flächen, egal ob in öffentlicher oder privater Hand, mit mehr Wert begriffen werden. Michel wünscht sich ein Umdenken – weg von einer „eindimensionalen Nutzung“. Im Podcast zeigt er auf, wie gut sich diese Flächen, sei es das Dach eines Unigebäudes oder dein eigenes, für die Energieproduktion eignen. Genug (und bisher ungenutzte) Fläche, um einige Gebäude oder ganze Stadtteile mit ausreichend Energie zu versorgen, gibt es allemal.

Wenn wir eines aus dem Gespräch mit Michel mitnehmen, dann das: Unsere Energieversorgung muss schon lange nicht mehr von machtvollen Konzernen, welche umweltschonende Methoden anwenden, abhängig sein. 

Kleinskalige und nachhaltige Ansätze sind bereits da, sie existieren!

Nun ist es an der Zeit, sie zu nutzen!

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